Der Deutsche Bund

Der Deutsche Bund war ein Zusammenschluss von überwiegend deutschsprachigen Staaten, der bis zur Zeit des Deutschen Krieges im Jahr 1866 bestand und die Unverletzlichkeit sowie die Unabhängigkeit der Staaten sichern sollte. Allerdings stellte der Zusammenschluss auch einen enormen Nachteil für die Einigung Deutschlands dar, da kein einheitliches System vorherrschte und eine Zersplitterung des Landes die Folge war. Im Deutschen Krieg wurde der Bund aufgelöst.

Der Deutsche Bund – Gründung und Aufgaben

Ins Leben gerufen wurde der Bund beim Wiener Kongress nach der grausamen Herrschaft Napoleons im Jahr 1815 nach langen Verhandlungen und Diskussionen über die “Deutsche Frage”. In 20 Artikeln wurde schließlich die neue Ordnung Deutschlands in der Bundesakte, die international anerkannt wurde, festgelegt. Nach dieser Akte war Deutschland kein Bundesstaat mehr, sondern ein Staatenbund. Bei seiner Gründung bestand der Deutsche Bund aus 39 Staaten.
Dem Deutschen Bund überstand die Bundesversammlung, die aus den Gesandten der zugehörigen Staaten bestand und die über Gesetze sowie die äußere und innere Sicherheit Deutschlands wachte. Dennoch fehlte es dem Staatenbund an einem Oberhaupt, insgesamt war der Deutsche Bund eine recht lockere Vereinigung, da es weder ein Bundesgericht oder eine Volksvertretung gab. Demnach konnten die einzelnen Staaten relativ frei über ihre Angelegenheiten entscheiden.
Das einzige, richtig ausgebildete Organ dieses Systems war die Bundesarmee, die aus Truppenteilen der einzelnen Staaten zusammengesetzt war.

Auswirkungen auf Deutschland

Die Mitgliedsstaaten des Deutschen Bundes konnten relativ frei über ihre Angelegenheiten entscheiden. Dies führte zu einer Unterdrückung der Forderung nach deutscher Einheit und einem einheitlichen System. Die Folge dieser Vereinigung war eine zunehmende Zersplitterung innerhalb Deutschland, was wiederum zu einer außenpolitischen Schwächung und einer deutlichen Behinderung der deutschen Wirtschaft führte. Es gab kein einheitliches Münzsystem, kein gemeinsames Heer, kein Bundesgericht und kein einheitliches Postwesen. Reformen scheiterten im Laufe der Zeit immer wieder. Einen großen Anteil am Scheitern von Veränderungen im Bunde hatte der österreichische Staatskanzler Metternich, der auch den Wiener Kongress leitete und alle liberalen Bestrebungen generell als Gefahr für die gesamte innere Ordnung sah.

Die Rolle des Deutschen Bundes in Europa

Der Deutsche Bund sollte in Europa für ein Gleichgewicht und Ruhe sorgen. Insgesamt war der Zusammenschluss der Staaten durch sein System und seine Bundesarmee nicht angriffsfähig, aber verteidigungsfähig. Es gab mehrere Garantiemächte, und zwar Preußen, Russland, Österreich, Spanien, Portugal, Schweden und Großbritannien, die dazu berechtigt waren, sich in Angelegenheiten des Bundes einzumischen, wenn Mitgliedstaaten Vorstöße wagten, die gegen den Vertrag verstoßen.

Das Ende des Deutschen Bundes

Nachdem es ständig Unruhen gab und die Menschen unzufrieden mit dem monarchischen System waren, fand 1848 eine Revolution statt, die den Staatenbund zu einem nationalliberalen Bundesstaat werden ließ. Jedoch wurde diese Revolution schließlich blutig niedergeschlagen und letztendlich zerbrach der Deutsche Bund erst an den Meinungsverschiedenheiten zwischen Österreich und Preußen und am Krieg 1866.

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