Der Wiener Kongress

Der Wiener Kongress fand von September 1814 bis Juni 1815 in Wien als Friedenskongress der europäischen Staaten und Fürsten statt. Der Wiener Kongess sollte nach den Koalitions- und Befreiungskriegen (1792 bis 1815) und Napoleons Abdankung die politische Ordnung in den europäischen Staaten und Fürstentümern wiederherstellen und ihre territorialen Verhältnisse neu regeln.

Beteiligte am Wiener Kongress

Nahezu alle europäischen Staaten und Fürsten Europas nahmen am Wiener Kongress teil. Die großen europäischen Mächte wurden in führenden Rollen durch Metternich (Österreich), Castlereagh (Vereinigtes Königreich), Zar Alexander I. und Nesselrode (Russland), Hardenberg und W. v. Humboldt (Preußen) sowie Talleyrand (Frankreich) vertreten.

Ziele des Wiener Kongresses

Zentrale Ziele des Kongresses waren die politische Restauration der Verhältnisse von 1792, die Rückkehr zu einer Legitimität der Fürsten und die Solidarität der Fürsten im gemeinsamen Interesse gegen liberale und revolutionäre Ideen und Kräfte. Eigens behandelt wurden die Wiederherstellung und Gebietsordnung Preußens. Metternich als führender Staatsmann des Kongresses war überzeugt, dass nur die Wiederherstellung der Zustände vor den Koalitionskriegen unter Auflösung des Staatengebildes von Napoleon die Ordnung in Europa sichern könne. Liberalismus und nationalstaatliche Ideen lehnte er strikt ab.

Kongressverlauf

Vielfältige Interessenkonflikte führten zu zähen Verhandlungen. Streitigkeiten über Annexionen Polens durch Russland und Sachsens durch Preußen erzeugten Frontenbildungen: Ein britisch-österreichisches Geheimabkommen gegen Russland und Preußen wurde geschlossen, dem bald auch Frankreich beitrat. Napoleon nutzte diese Krise Anfang März 1815 zur Rückkehr von Elba nach Frankreich, um einen Kern des französischen Militärs zu sammeln und unter Reformversprechungen in Paris einzuziehen. Die erneute Bedrohung durch Napoleon brachte die Großmächte des Wiener Kongesses schließlich zu einem Kompromiss in den Fragen Polens und Sachsens.

Ergebnisse des Wiener Kongesses

Die Wiener Kongressakte vom Juni 1815 stellte das politische Gleichgewicht der fünf großen europäischen Staaten zunächst durch Gebietsneuordnungen wieder her.

  • Das Vereinigte Königreich besaß Helgoland, die südafrikanische Kapkolonie, Malta und Ceylon und kam in Personalunion mit dem neuen Königreich Hannover.
  • Österreich trat Vorderösterreich und die österreichischen Niederlande ab und erhielt Gebiete Galiziens, Dalmatiens und Oberitaliens.
  • Preußen erhielt Schwedisch-Vorpommern, die Rheinprovinz, Westfalen und Nord-Sachsen. Es verlor Gebiete an Hannover und Bayern und den größten Teil Polens an Russland.
  • Russland bekam den größten Teil Polens, behielt Finnland und Bessarabien.
  • Frankreich behielt die Grenzen von 1792.
  • Die Schweiz wurde in immerwährender Zusicherung für neutral erklärt.
  • Gründung des Deutschen Bundes zur Erhaltung der Sicherheit Deutschlands und der Unabhängigkeit und Unverletzlichkeit der deutschen Staaten.
  • Gründung der Heiligen Allianz zur Bewahrung christlicher politischer Grundsätze und der monarchistischen Staatsform unter dem Beitritt von allen christlichen Monarchen mit Ausnahme des englischen Königs gegründet.

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